„Wir sind dem Gesundheitsamt Trier für seinen unermüdlichen Einsatz als wichtiger Lotse für die Bekämpfung der Pandemie sehr dankbar. Ohne den Einsatz auch dieses gesamten Teams würden Trier und Trier-Saarburg bisher nicht verhältnismäßig gut durch die Krise gekommen sein“, erklären die beiden SPD-Landtagsabgeordneten für Trier und Trier-Saarburg, Sven Teuber und Lothar Rommelfanger.

Im Gesundheitsamtsbezirk Trier, der die Stadt Trier und den Landkreis Trier-Saarburg umfasst sowie der Kreisverwaltung Trier-Saarburg organisatorisch zugeordnet ist, sind aktuell insgesamt 9991 Infizierte seit dem 11. März 2020 erfasst worden. Am Wochenende wurde u.a. offiziell von der Stadt Trier via Twitter verkündet, dass „über 100 Mitteilungen über Neuinfektionen in Trier und Trier-Saarburg noch nicht erfasst“ wurden. Gleichzeitig lässt sich der Chef des Gesundheitsamtes Trier, Dr. Michels, mit den Worten im Volksfreund vom 22.11. zitieren, dass „wir es momentan nicht schaffen, weitere Kontaktpersonen anzurufen und die große Zahl an Neuinfektionen tagesaktuell in der Meldesoftware zu erfassen. Wir brauchen weiteres Personal (…).“ Auch die Mitteilung, man konzentriere sich nur noch auf größere Ausbruchsgeschehen und Infektionen besonders gefährdeter Personen wird hier festgehalten.

Darauf reagieren die beiden Gesundheitspolitiker Teuber und Rommelfanger mit Verständnis und Entsetzen:

„Die Mitteilungen dieser Tage aus dem Gesundheitsamt besorgen uns. Wir haben Verständnis für eine Überlastung bei dauerhafter Belastung, sehen aber die Verantwortung von Kreis und Stadt sowie der Leitung des Amtes hier für Entlastung zu sorgen, statt Leistungen einzuschränken. Wir begrüßen es sehr, dass die Stadt Trier nach unserer Information daher bereits personelle Unterstützung als weitere Hilfe angeboten hat, die aber bislang leider offensichtlich noch nicht in Anspruch genommen wurde. Es darf gerade jetzt nicht sein, dass wir bei den landesweit scheinbar niedrigsten Inzidenzen, nicht konsequent überall die Kontakte nachverfolgen, schnell agieren, um das Infektionsgeschehen einzudämmen und Orientierung für jeden Einzelnen zu bieten. Würde diese Funktion tatsächlich, wie von Herrn Michels dargestellt, nicht mehr geleistet, wäre eine diffuse Infektionslage nicht zeitnah eindämmbar und die niedrigen Werte nicht belastbar, da weder komplett erfasst noch konsequent nachgehalten wird. Diese veröffentlichten Werte würden daher ein trügerisches Sicherheitsempfinden im Verhältnis zu anderen Regionen darbieten, die dem tatsächlichen Ausmaß also nicht gerecht werden könnten. Wenn Schulen oder Kitas tagelang oder auch über eine Woche nichts hören, wie sie mit Infektionsfällen verfahren sollen, wenn somit auch bei einzelnen Infektionsgeschehen viel zu spät erst Quarantäne und PCR-Testungen angeordnet werden, können wir diese Pandemie kaum eindämmen.“

Die beiden Sozialdemokraten sind auch kommunalpolitisch aktiv und haben daher bereits ihre Drähte genutzt, um mit dazu beizutragen, schnell den dargestellten Entwicklungen entgegenzuwirken und wieder an die erfolgreiche bisherige Arbeit des Teams im Gesundheitsamt Trier und des gemeinsamen Krisenstabs aus Kreis und Stadt anzuknüpfen. Ihr Appell richtet sich aber nicht nur an die kommunalen Spitzen in Stadt und Kreis, sondern an alle Bürger:innen:

„Wir appellieren daher an die Spitzen in Stadtverwaltung und Kreisverwaltung, schnell zu unserem bewährten engmaschigen Netz der kompletten tagesaktuellen Erfassung, vollständigen Kontaktnachverfolgung sowie blitzartigen Kontaktaufnahme wie Schulen und Kitas zurückzukehren. Wir danken allen, die sich unermüdlich für den Schutz der Gesundheit und der Rettung jedes Lebens an allen Stellen widmen. Wir rufen dazu auf, es allen Kräften in der Gesundheitsversorgung auch dadurch zu erleichtern, dass man sich impfen lässt sowie auch selbständig die eingeübten Regeln aus Hygiene, Abstand und Mundschutz anwendet. Wir können die Debatten um die Einführung einer Impfpflicht als ultima ratio alle selbst beenden, indem wir dazu beitragen, den notwendigen ausreichenden Impfschutz herzustellen, der uns ein wieder sicheres, komplett freiheitliches Leben führen lässt. Sollte die Vernunft und Einsicht hierüber nicht erfolgen, scheint es ohne eine Impfpflicht auch keinen Ausweg aus dem zermürbenden Kreislauf der Einschränkungen zu geben, den unsere Gesellschaft und vor allem die täglichen Held:innen in der Gesundheitswirtschaft nicht mehr dauerhaft ertragen werden können. Solidarität und persönliche Freiheit funktionieren nie als Einbahnstraße.“

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