„Alle Jahre wieder ist tatsächlich ein Klassiker – allerdings an Weihnachten. Leider trifft dies für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Galeria Kaufhof mittlerweile aber auch zu. Dies bedauere ich sehr und mich ärgert es, dass offensichtlich alle Befürchtungen über die gierige, windige Heuschrecke Benko sich weiter zu bestätigen scheinen – möglicherweise noch mehr auf Kosten weiterer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und ihrer Zukunft. Der Wert von Einsatz, Leidenschaft und großer Treue für den Kaufhauskonzern seitens der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darf aber nicht Benkos miserablem Management zum Opfer fallen,“ kommentiert der Trierer Landtagsabgeordnete die Nachricht über den nächsten Insolvenzantrag des Konzerns Galeria Kaufhof.

Bereits in 2020 hatte Teuber sich gemeinsam mit Malu Dreyer und den Personalräten sowie ver.di für den Erhalt der damals noch drei Trierer Standorte eingesetzt. Im Rahmen dieses ersten Insolvenzverfahrens konnte der damalige Standort des ehemaligen Karstadt leider nicht gerettet werden. Dieser Schandfleck mitten in der Innenstadt gilt für Teuber seitdem als Mahnmal für sterbenden Einzelhandel, der nicht weiter zunehmen dürfe. Erst im Frühjahr 2023 war das bis dato letzte Insolvenzverfahren mit einer positiven Prognose für die Zukunft des Konzerns abgeschlossen worden. Für den Erhalt der beiden Trierer Standorte hatte Teuber gemeinsam mit den Personalräten der Standorte ein Netzwerk initiiert, dem der Arbeitsminister Alexander Schweitzer, die Kolleginnen der SPD-Stadtratsfraktion, die Trierer SPD-Bundestagsabgeordnete Hubertz, der Oberbürgermeister Leibe, der Innenstadt-Dezernent Britten sowie der Ehrenpräsident des Einzelhandelsverbands RLP, Georg Kern, angehörten. Dieses Netzwerk hatte zahlreiche Gespräche im Vorfeld geführt sowie öffentliche Kundgebungen durchgeführt. Der erfolgte Erhalt beider Standorte in Trier, nahezu einzigartig in der Republik, wurde damals von Teuber auch als Zeugnis der Qualität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Trier sowie auch der außerordentlich attraktiven Innenstadt Triers gewertet.

„Die Qualitätsmerkmale der Mitarbeiterschaft in beiden Trierer Kaufhof Standorten wie auch unserer Innenstadt mit extrem hoher Frequenz und Kaufkraft haben sich in dem Jahr eher noch weiter zum Positiven verändert. Ich bin daher überzeugt, dass beide Standorte Triers für die Zukunftsfähigkeit des Konzerns ebenso relevant sind, wie dies im Insolvenzverfahren in 2023 offensichtlich bewertet wurde. Ich habe mich daher bereits an die hiesigen Personalräte gewandt, um unseren Gesprächsfaden fortzusetzen, der von hohem Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung wie Erfolg geprägt ist. Auch mit unserem Arbeitsminister Alexander Schweitzer stehe ich im engen Austausch, um den Erhalt von Arbeitsplätzen und Standorten möglichst erneut positiv mit zu beeinflussen. Ich werde jedenfalls erneut meine Hilfe und Unterstützung anbieten, um die Arbeitsplätze zu erhalten und Trier möglichst mit weiterhin zwei Standorten von Kaufhof als Einkaufsanker für den gesamten Innenstadthandel auch in der Zukunft zu erhalten. Allerdings braucht es dazu nicht nur an der Basis diese hohe Identifikation, die sogar auch mit staatlichen Unterstützungen in der Vergangenheit politisch wertgeschätzt worden ist, sondern auch bei Investoren, die nicht wie Benko auf reine Geldgier und Ego aus sind, sondern wirklich auch mit den Mitarbeitenden und allen Ebenen den Handel in die Zukunft entwickeln. Dazu liegen Angebote der Politik, der Personalräte, der Führungskräfte längst vor. Die Umsetzung braucht aber, wie bereits 2023 klar war, etwas Zeit, aber eben auch Ruhe statt laufend erneute Lähmung aufgrund von Ängsten über die eigene Zukunft. Wer sieht, wie schwer es ist, Nachfolgenutzungen für die großen Standorte wie Karstadt zu finden, der sollte jedenfalls nicht leichtfertig vom Rande aus zuschauen und den Niedergang von Kaufhäusern bedauern bzw. als ausweglos erachten. Der negative Einfluss auf die gesamte Innenstadt wäre riesig. Daher sollten alle mit anpacken, die Einfluss geltend machen können. Ich bin froh, dass das von mir aufgebaute Netzwerk von Trier über Mainz bis nach Berlin dazu bereitsteht“, fasst der Sozialdemokrat abschließend zusammen.

Pressemitteilung des Trierer Landtagsabgeordneten Sven Teuber, 09.1.24